„In aller Freundschaft“-Star Horst Günter Marx spricht über seine traumatische DDR-Haft – „Ich war gefesselt und hilflos“

Ein bewegendes Geständnis: Schauspieler Horst Günter Marx, bekannt als Wolfgang Berger aus der Erfolgsserie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“, blickt auf eine dunkle Vergangenheit zurück. Jahrzehnte nach seiner Inhaftierung in der DDR spricht er nun offen über die traumatischen Erlebnisse hinter Gittern – eine Geschichte, die viele Zuschauer erschüttert.


Verhaftet mitten in der Nacht – ein Albtraum beginnt

Die Verhaftung kam plötzlich und unerwartet. „Ich war gerade vom Theater nach Hause gekommen, als sie mich mitten in der Nacht abholten – mit den typischen Worten: ‘Zur Klärung eines Sachverhalts’“, erinnert sich Marx im Interview mit t-online. Doch was als scheinbare Routineanhörung begann, endete für ihn in 18 Monaten DDR-Haft – ein Alptraum, aus dem es kein Entkommen zu geben schien.

Der Grund für seine Inhaftierung? Marx hatte einen Ausreiseantrag gestellt – ein Vergehen, das in der DDR oft mit harten Strafen geahndet wurde. „Es brodelte damals im Land, und solche Verhaftungen sollten abschreckend wirken“, so der Schauspieler. Zusammen mit anderen wurde ihm „Gruppenbildung und der Zusammenschluss zur Verfolgung gesetzwidriger Ziele“ vorgeworfen – ein klassischer Vorwand, um politische Gegner mundtot zu machen.


„Es war Folter“ – Drei Tage gefesselt in einer Einzelzelle

Nach vier Monaten Untersuchungshaft wurde er schließlich vor Gericht gestellt. Sein Anwalt, Gregor Gysi, beantragte einen Freispruch – doch ohne Erfolg. „Man konnte sagen, was man wollte, es war alles entschieden. Das, was in der Anklageschrift stand, wurde einfach als Urteil formuliert“, berichtet Marx.

Während seiner Haft arbeitete er in einem Metallwarenwerk – doch der schlimmste Moment sollte erst noch kommen. Nach einem Zusammenbruch wurde er in eine Einzelzelle gesperrt – ein Trauma, das er nie vergessen wird. „Sie haben mich mit Händen und Füßen ans Bett gekettet. Sie nannten es Isolation, aber es war Folter“, schildert der Schauspieler. Drei Tage lang war er bewegungsunfähig – ohne Nahrung, ohne Hoffnung.

Die Begründung der Wärter? „Selbstmordgefahr.“ Doch für Marx war es eine Tortur: „Ich war total hilflos. Ich habe nichts mehr gegessen, habe versucht, mir die Pulsadern durchzubeißen“, gesteht er offen.


Der ersehnte Neuanfang – Doch das Trauma bleibt

Nach seiner Entlassung kam der nächste Schock: Er durfte nicht sofort ausreisen. Drei Monate lang musste er noch in der DDR ausharren – eine Zeit voller Angst und Unsicherheit. Erst am 13. Dezember kam endlich die erlösende Nachricht: Er durfte gehen.

Heute, Jahrzehnte später, spricht Marx mit einer neuen Perspektive über diese Zeit: „Ich bin stabiler geworden. Man denkt immer: Schlimmer kann es nicht kommen – und dadurch ist man dem Leben gegenüber dankbarer.“

Seit 2015 verkörpert er Wolfgang Berger in „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ – und hat mit seiner Vergangenheit längst seinen Frieden geschlossen. Doch die Erinnerungen an die Zeit hinter Gittern sind unauslöschlich.

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Ein Schauspieler mit einer Geschichte, die bewegt

Horst Günter Marx hat mit seinem ehrlichen Geständnis viele Menschen berührt. Seine Geschichte zeigt, wie tief die Wunden des DDR-Regimes noch heute nachwirken. Doch sie ist auch ein Zeugnis unglaublicher Stärke – und ein Appell, die Vergangenheit niemals zu vergessen.

📺 „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ läuft jeden Donnerstag um 18:50 Uhr im Ersten.

Was denkt ihr über Horst Günter Marx’ bewegende Vergangenheit? Hättet ihr so viel innere Stärke gehabt? Diskutiert mit uns!

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