
Rebecca Immanuel wirkte bereits in zahlreichen TV-Serien mit. Daneben ist sie passionierte Sängerin.
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Sie wirkte in vielen deutschen TV-Filmen und Serien mit: Schauspielerin Rebecca Immanuel hatte 2002 ihren Durchbruch in der Sat.1-Anwaltsserie „Edel & Starck“, seit 2013 ist sie in der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ zu sehen. Rebecca Immanuel, geboren 1970, ist verheiratet und hat einen Sohn. Im Interview spricht sie über ihre Pläne für ein Musik-Album, wie sie anderen Menschen Mut und Hoffnung machen will und wie sie mit dem Älterwerden umgeht.
Frau Immanuel, Sie spielen seit 2013 die Ärztin und Klinikleiterin in der Serie „Der Bergdoktor“. Können Sie sich weitere zehn Jahre vorstellen?
Rebecca Immanuel: Ja! Der „Bergdoktor“ ist für mich wie eine Pralinenschachtel: etwas für die Seele. Die Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen vor und hinter der Kamera ist wie ein Nachhausekommen in eine Postkartenlandschaft.
Sie sind auch schon als Sängerin aufgetreten, zum Beispiel bei „Immer wieder sonntags“.
Immanuel: Genau. Dieses Jahr sogar mit einem selbst geschriebenen Lied. Der Titel „Ich wünsch mir“ handelt von Liebe und Hoffnung. Ein „Mut-macher-Gute-Laune-Lied“ aus dem Herz fürs Herz.
Klingt nach großer Begeisterung! Planen Sie jetzt ein Album?
Immanuel: Tatsächlich möchte in diesem Jahr neue Songs schreiben, die einen Menschen im gestandenen Alter berühren und beschäftigen. Und zwar in einem so tollen musikalischen Gewand, dass man richtig Lust hat, das ganze Album zu hören. Mein Traum ist es, das 2026 zu realisieren.

Wie kam es dazu, dass Sie das Singen für sich entdeckt haben?
Immanuel: Die Musik begleitet mich schon mein Leben lang. Ich wollte mich früher aber nicht verzetteln, deshalb habe ich mich zunächst auf die Schauspielerei konzentriert – und auf meine Familiengründung. Nachdem mein Sohn langsam flügge wird, habe ich 2020 zunächst ein Weihnachtsalbum veröffentlicht und freue mich über weitere Kapazitäten für Dinge, von denen ich noch träume.
Wovon träumen sie denn?
Immanuel: Ich träume davon, den Menschen Hoffnung und Mut zuzusprechen in einer Welt, die immer dunkler wird. In den sozialen Netzwerken, etwa mit meinem Instagram-Live-Talk „Herzlächeln“, ermutige ich Menschen, alte Lasten abzuwerfen, sich treu zu sein und den Weg zu gehen, den sie sich wünschen. Meine Musik geht auch in diese Richtung.
Ich habe wie jeder Mensch auch dunklere Zeiten erlebt, mich jedoch früh für den Weg der Reflexion und Selbstliebe entschiedenRebecca Immanuel, Schauspielerin und Sängerin
Sprechen Sie aus Erfahrung?
Immanuel: Ich habe wie jeder Mensch auch dunklere Zeiten erlebt, mich jedoch früh für den Weg der Reflexion und Selbstliebe entschieden. So konnte ich mir Strategien aneignen, geduldig, mitfühlend und behutsam mit mir und anderen umzugehen. Daher ist es mir immer wieder möglich, freudvoll Neues auszuprobieren.
Sie haben vor nicht allzu langer Zeit gesagt: „Ich habe mich von innen noch nie so schön gefühlt wie jetzt.“
Immanuel: Das stimmt. Ich lebe ein Leben, das ich liebe, und ich glaube, das strahle ich auch aus. Das tut auch anderen gut. Viele Freunde fragen mich um Rat. Dann höre ich gern zu und versuche, die richtigen Fragen zu stellen.

Sind Sie eine gute Ratgeberin?
Immanuel: Ratschläge sind so eine Sache. Ich glaube, es ist geschickter, einen Menschen durch gezielte Fragen zu seiner eigenen Weisheit zu führen. So kann er selbstbestimmt ein erfülltes Leben führen. Wenn ich ein Interview mit diesem Wissen gebe, lesen es Tausende und können daraus vielleicht als Anregung etwas mitnehmen.
Wie entspannt gehen Sie eigentlich mit dem Älterwerden um?
Immanuel: Ich erinnere mich gut an den Moment, in dem ich in den Spiegel schaute und begriff, dass meine Hülle anfängt, sich zu wandeln und ich dachte: Krass, du wirst älter!
Ich träume davon, den Menschen Hoffnung und Mut zuzusprechen in einer Welt, die immer dunkler wird
Was hat das mit Ihnen gemacht?
Immanuel: Im ersten Moment war ich verblüfft. Da man das Altern nicht zurückdrehen kann, habe ich mich entschieden, es wie alles in meinem Leben anzunehmen und lieben zu lernen. Ich kann immer noch Berge versetzen, aber nur noch einen am Tag. Da die Zeit des Abschiednehmens irgendwann kommen wird, bin ich demütig und dankbar, dass ich so gesund alt werden darf. Und hoffentlich noch viele Jahrzehnte habe, um all die verrückten Ideen, die ich in mir trage, in die Welt zu bringen. Älterwerden ist ein Geschenk.